Die Cap San Klasse der Hamburg-Süd

Foto: Baldur Rauscher

MS”Cap San Marco”Im Nord-Ostsee-Kanal September 1961 bei der Überführungsfahrt von Kiel nach Hamburg.

In den Jahren 1961 liefen die sechs Formschöne Frachtschiffe vom Stapel. Bei der Howaldswerke Hamburg die CAP SAN NICOLAS 15.07.1961 und die CAP SAN ANTONIO 02.12.1961, bei der Kieler Howaldswerke die CAP SAN MARCO 07.07.1961 und die CAP SAN AUGUSTIN 22.07.1961 und bei der Deutschen Werft AG Hamburg die CAP SAN LORENZO 25.07.1961 und CAP SAN DIEGO 15.12.1961. Die Übernahme erfolgte dann 1961/62. Alle sechs Cap San-Schiffe wurden von einem MAN-Zweitakt-Dieselmotor mit 11659 PS angetrieben und liefen 20 Knoten. Vier Viertakt-Dieselmotoren von Deutz mit je 500 PS, dienten als Hilfsmaschine zum Antrieb von vier 310-kW Generatoren. Ausserdem wurde ein Hafen und Not-Diesel mit 112 PS mitgeführt. Die sechs Cap San-Schiffe erhielten anstelle des gewohnten Schornsteins zwei Abgaspfosten und zum erstenmal ließ mann auch den Roten Top am Schornstein (in diesem Fall an den Abgaspfosten) weg . Es wurde ein Kunstgriff angewandt um die altbekannten Farben der Hamburg-Süd zu erhalten: Das Oberteil der Kommandobrücke und die Peildeckreling wurden zu einem gewölbten, stromlinienförmigen Ganzen zusammengezogen und rot gestrichen - es war ein gelungener Kontrast zu den weißen Aufbauten. Die Bordeigenen Einrichtungen wurden in einem damals ungewohnten Ausmaß mechanisiert. Die Cap San-Schiffe hatten einen eigenen 50-Tonnen-Schwergutbaum, mit ihnen konnten die Schiffe Schwergut  ohne Hilfe eines Schwimmkrans an Bord nehmen bzw. von Bord geben. Das Ladegeschirr bestand aus zwölf Ladebäumen von 3-5t und vier von 5-15t, sowie zwei Bordwippkräne von je 3t Tragfähigkeit. Die Luken (Wetterdecks-Luken und Zwischendecks-Luken) konnten mechanisch geöffnet und geschlossen werden. In den Laderäumen waren Glattdeckluken für einen reibungslosen Gabelstablerverkehr. Die riesigen Laderäume fassten 540000 Kubikfuß=rund 15280 cbm Stückgut; in den Luken 2,3 und 4 waren Kühlräume (Leistung bis -20 Grad) und Kühlkammern mit einem Fassungsvermögen von zusammen rund 240000 Kubikfuß=rund 6790 cbm Fleisch eingebaut. Sechs heizbare Öltanks konnten rund 1100cbm Süßöl aufnehmen. Von der Ostküste Südamerikas brachten die Cap San-Schiffe ein gemischte Ladung mit: Aus den La-Plata-Häfen Früchte und Fleisch, Häute, Schafwolle,Getreide,Mais,Ölkuchen und Quebracho-Extrakt; Aus Santos und Rio de Janeiro Kaffee,Baumwolle und brasilianische Halbedelsteine; Aus IIheos und Salvador Kakao und Tabak,Sisal und Piassava u.v.m.

Foto: Unbekannt

MS “Cap San Marco” Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft Hamburg

Die Besatzungsstärke betrug damals ca. 50 Mann und jedes Cap San-Schiff war für zwölf Fahrgäste 1.Klasse behaglich und komfortabel eingerichtet. Die vier Einzel und die vier Doppelkabinen lagen auf dem Brückendeck und hatten alle ein eigenes Bad mit Toilette. Ausserdem waren sie an die Klimaanlage angeschlossen. Die Fahrgäste Assen zusammen mit der Schiffsführung im Speisesaal und hatten eine Bar/Halle zur Verfügung. Die Mannschaft wohnte in hellen, geräumigen Ein-und Zweimannkammern, zwei Kojen übereinander. Sämtlichen Kammern waren an die Klimaanlage angeschlossen. Waschräume und Bäder wurden gemeinsam genutzt. Für damalige Zeiten war das Reisen auf den Cap-San-Schiffen sehr Komfortabel und viele Passagiere machten mehrere Reisen auf diesen Schiffen. Als das Zeitalter der Container eintraf, wurden die Cap San Schiffe nach und nach verkauft, da sie für die Container nicht geeignete Stellplätze aufweisen konnten.

Foto ist aus dem Reedereiprospekt Hamburg-Süd 1871-1971

MS “Cap San Augustin” vor der Skyline Manhattan “New York”

Foto: PR.Abt. Hamburg-Süd

MS “Cap San Augustin” auf der Probefahrt 1961

Originales Mützenband “CAP SAN AUGUSTIN”

Sammlung: Andreas Guhr

Sammlung: Andreas Guhr

MS “Cap San Augustin” Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft Hamburg


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